Archiv für Januar 2012

77 JAHRE DOSENBIER

PhotobucketBarmstedt. Eine Initiativkreis sog. „Pfandpiraten“ möchte den 24. Januar zum Jürgen-Trittin-Pfandtag (oder sowas in der Art- sie sind sich mit dem Namen noch nicht so ganz sicher… Ich sag mal ganz klar: Weltpfandtag) erklären. Historische Kalender, Feuilletons (etwa in Zeitungen) Radiosender oder die grüne Jugend könnten so auf die historischen Leistungen dieses Jürgens periodisch hinweisen und dieser Person ihren gerechten Platz in der Historie zuweisen. Aufhänger dieser Initiative aus dem Hamburger Speckgürtel ist der nunmehr 77 Jahrestag der Einführung der Bierdose in den USA durch die Krueger Brauerei aus Newark.

Rüdiger Rowl, Sprecher der Barmstedter Piraten des Pfandes erläutert:

      Anders als seine damaligen Regierungskumpelz „Dranbleiben Gerd“ und „BomberJockel Fischer“ die sich mit allerlei Beschlüssen in die Herzen der Menschen katapultierten galt der stets bescheidene Jürgen T. Zeit seines Wirkens in der Politik in der öffentlichen Wahrnehmung als Dummbatz und Ökoarsch. Und das obwohl der Typ als einzigster Millionen Menschen einen Ausweg aus der Misere aus RTL und Arge zu bieten hatte: 25 Cent für alle! Ohne Unterschiede ! Wir schulden diesem Menschen ein Dankeschön!

Nördlich der Vernunft

14. Juli 2010. Sommer und Alkohol. Trotz eines eklatanten Torwartproblems fliegt das AFC Fanteam beim Sommerfest des VFB Oldenburg schon nach der Vorrunde raus. Der Affe hat`s genau beobachtet… vom Spielfeldrand ! Wir hielten trotzdem durch bis Abends – mit netten VFB´lern und Arminen aus Hannover und bescheuerten Ultras aus Kiel : „Verkauf mir mal Deinen härtesten Button“- Hier: Pommes. Nee Härter! Hast Du nix mit Gewalt?… Deshalb: Ein musikalisches Rahmenprogramm stand noch an. Passend zu Bierbänken und älteren VFB Fans samt Sonnenstudiobräune gab´s erstmal die lokalen Dorfzelt Hardrock Helden Badman selbstredend nicht ohne ihren „Hit“ Nur der VFB. Binnen Minuten verflog jeder jugendliche Leichtsinn: Leergespielt bis auf Lederwesten, braune Lederhosen und Shirts mit Motiven aus dem mythischen Reich der Ureinwohner Amerikas. Oder Harley Davidson Freizeitkleidung. Höhepunkt ein Typ der beim No Life Lost Merch (taktisch klug vom Affen betreut – die Massen sollten schließlich Pommes Buttons kaufen!) sämtlich Vinylprodukte erstand und damit schnurzstracks zu den Hardrockern von Badman latschte. Kurze Pause, die Signaturen auf der No Life Lost Platte eingefordert und bekommen (!) und mit nem grinsen weiter ihren pulsierenden Hardrock, aktuelles Lied „Tossa de mar“, gelauscht und mitgeklatscht. Großartig. Eins null für den heulenden Wolf auf seinen T-Shirt. Und endlich was zu lachen für mich. Nach dem üblichen Programm mit Covern und Zugaben sobald auch nur irgendwer klatschte kamen dann No Life Lost auf die Bühne. Der Grund für dieses Geschreibsel. Das Zelt war schon ziemlich leer, laß ma`kurz kucken und besser nach Hause gehen lag in der Luft…Und 2-3 Songs später gab`s Prolonäse, Tims übliche lustig bescheuerte Sprüche und ein halb leeres Zelt war bald wieder voll und richtig am abfeiern! Dafür geht von mir: Respekt raus an No Life Lost! Respekt und Reklame für´n Freitag den 20. Januar 2012 im Hafenklang:

NO LIFE LOST 1000te Konzert. Als Gäste spielen die wunderbaren 60’s soulbeat Kracher von
THE DIZTONES . Nach den Konzerten werden die DJ’s Starlight Stevie, St. Georg und Pirquitto noch feinstes Vinyl bis in die Morgenstunden zum rotieren bringen.

also 20.1. Hafenklang; AK 10 euro/ VVK 8 Euro

Freiheit stirbt mit Sicherheit!!!

DFB und DFL hatten da ein paar Fragen. Genauergesagt zwei Fagen. Und was für welche:

1: “Das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion ist verboten. Soll dieses Verbot bestehen bleiben?” (ja/nein)
2: “Pyrotechnik ist gefährlich. Sie ist schädlich für den Fußball und soll deshalb hart bestraft werden. Stimmen Sie dem zu?”

Gerade gestellt von infas an 2000 zufällige gewählte Personen, wovon knapp die Hälfte sich dann doch auch tatsächlich für Fussball interessierten (nur 50% Fussballinteressiert? Wo sind sie eigentlich hin, die Public Viewer? Weg? Wär´ ja zu schön um wahr zu sein! Diese beschissenen Deutschland Fähnchen im Sondermüll nach China verfrachtet wo sie die armen Seelen zweitverwerten müssen…okay okay ich schließe diese Klammer ja schon:) und für folgende Überraschung sorgten:

Repräsentative Umfrage: 84 Prozent gegen Pyrotechnik – 80 Prozent fordern harte Bestrafung!

Potzblitz ! DFB du alter Fuchs! Die Polizei hat ja recht: Überwachen und Strafen! Obwohl Du es doch sogar probiert hattest im Guten. Mit Reden! Hier wurde keiner ausgegrenzt im Wettbewerb der Leuchten. Treffchen abhalten. Die Ernte dafür dass sie es soohoo gut gemeint hatten: Eskalierenste Gewalt. Diese unschönen Bilder die ja trotzdem gesendet werden müssen. Und die wrack`re Polizei: aufgerieben zwischen den Extremen. Dazu dann: Diese Kriminalität ! Angst und Bange am Stück. Die U-Bahn schon völlig unsicher und obendrein: Auch noch Chaoten (eine Minderheit-noch..!?) Genau die: die die den schönen Sport kaputt machen. Letztes Wochenende zum Beispiel beim Schweinske Cup haben sie sich wieder mal verabredet diese Extremisten. Hab ich nicht auch was von Bengalen und Böllern vernommen? Bestimmt! Ring frei: Die einen: ein ungekesseltes Braunes: Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus (also der durchschnittliche Fanblocklproll aus`n Achtzigern reloaded oder hat er gar survived?) die Anderen halt Sankt Pauli, in den Achtzigern bekanntermaßen der erste große Ausbruch aus dieser dumpfen Kacke , die Fankultur zu nennen nun wirklich niemand getraut sich hätte. Ausverkauf, Image und Markenrankinggeschwaffel, Ultra Dauersingsang, selbstgerechtes Auftreten einiger Gestalten die jedwede Kritik oder gar Verhohnepiepelung dieses selbstgerechten magischen Tollhauses mit Gewaltandrohung oder absurden Nazivorwürfen beantworten, konnten daran nichts ändern: St. Pauli steht für Nazis raus! Antifaschismus ist bei diesen Gegnern ob Cops oder VFB/HSV Seilschaften mit dem Kauf eines dieser Merchandiseartikel zu haben. Dafür werden und wurden sie angegriffen. Und egal wie männertümmelnt und bescheuert dieses outsourcen der Ehre oder was auch immer an eine Zaunfahne auch ist, es war wohl auch eine Kein mensch ist illegal Fahne die da gezogen wurde. Und nein, wegen ner geklauten Fahne muss auch keine Halle zertrümmert werden. Scheiss auf Ultra Logik! Trotzdem: Ich glaube den Cops und ihren Claqueuren von Tagesthemen oder welchen Drecksblatt auch immer kein Wort. Fussball und vor allem seine lautstarken Fans sind eine zu große Verlockung die neusten Techniken der Überwachung und Repression auf ihre Alltagstauglichkeit hin zu überprüfen. Und die Masse der halt heutzutage unter Ultra firmierenden Männerclubs macht es den Law and order Fanatikern leicht. Aus dem Handgelenk zum schwingenden Kanüppel. All inclusive: Stadionverbote, Meldeauflagen, etc. auch hier: das seit Jahrzenten ( irgendwie aber nie so in den Tagesthemen vorkommende) routinierte Übliche. Selbst wenn tausenfache Männerkehlen auf der streng nach heimatlicher Scholle unterteilten Fandemo: Eure Repression macht uns nur stärker gröhlen ! Es wird wohl nix nützen. Zu populär dieser Fussball. Zu (bestenfalls) stumpf die immer gleiche Kritik gegen die Moderne. Vielleicht könnten ja Sitzplätze für alle da mal für Ruhe im Karton sorgen!

DANCING IN THE MOONLIGHT

PhotobucketÄhja: CLASSIC ROCK! Machen wir es kurz: Am 04. Januar 1986 machte PHIL LYNOTT, seines Zeichens Sänger und Bassist meiner schönsten Leiche im Classic Rock Keller: THIN LIZZY (1969 in Dublin gegründet), den finalen Abflug. Nach jahrelangen Suff und Bachblütengelagen zerschellte sein Körper (Leber, Lunge, Nieren) und nach`n paar Tagen im Krankenhaus starb er 36 jährig dann an Herzversagen. Getrennt von seiner alten Band, mit zwei echt schlechten Solo Platten sowieso auf dem direkten Wege ins Nichts gewesen , musste sein Weg in den Monaten zuvor erneut Vollpiepe Gary Moore (der war 73/74 und 78/79 mal Bandmitglied bei Thin Lizzy) kreuzen : out in the fields. War wohl zuviel, das alles.

Die Beschissenheit der Dinge

Photobucket Nun ja, er wurde sogar schon verfilmt mein Geheimtipp von einem Roman. Davon wusste ich garnix. Egal (und besser nicht anschauen). Ort des Geschehens: Flandern. Königreich Belgien. Kenn ich sogar. Empfohlen sei eine Anreise über die südliche Route. Vielleicht im November. Autobahn der Saar entlang (evtl. jetzt schon Sonic Youth hören!) , bisschen Nordsaarländische Provinz mit Hügeln und dann: das Großherzogtum Luxemburg. Hier locken billiger Treibstoff und Kippen und zum Aufwärmen diese öde Tristesse aus pastellfarbener, französisch anmutender Architektur, bepflanzten Kreisverkehren und deutscher „unser Dorf soll schöner werden“ Idylle. An Claude Junker denken, irgendeinen fiesen Hardcore rein (wie wärs mit Rorschach) : Durch da. Nach 80 Kilometern erneut viele Tankstellen. Grenze. Begrüssung durch Frittenbuden in der belgischen Provinz Luxembourg. Anfangs: Poison Idea rein (besser aber: nach und nach leiser werden, nicht mehr so viel anschreien lassen!). Der Verlockung einer schon zur Dämmerung vorbildlich beleuchteten Autobahn (belgische Autobahnen und chinesische Mauern sogar vom Mond aus zu sehen!) widerstehen und sich auf den Landstrassen (mit etwas Glück:Kopfsteinpflaster) treiben lassen. Cruisen durch die Wallonie und die Ardennen. Abgefuckte Häuser, beschissene Strassen voller Autowracks . Ab und an paar Städte mit kaputter Industrie… Ein Klischee jagt das nächste ( dazu vielleicht mittelfrühe Notwist) .

Zum Roman: Reetveerdegem „Arschdammichhausen“. Ein Kaff in den Achtzigern. Schreibender Held ist Dimitri Verhulst. Nach eigener Aussage autobiographisch. Als angehender Teenager ist er mittendrin in der Tretmühle aus Stütze, Bruchbuden, Alkohol, Suffwetten, Hemmungs-, Hoffnungs-, und Rücksichtslosigkeit. Nett und kurz seine Beschreibung: Gott schuf den Tag, und wir schleppten uns hindurch.

Seine Familie: Oldschool Assis und Prollos. White Trash. Dimmetrieken wächst mit seinem Vater, ohne Mutter und dafür mit seinen Onkeln unter der mütterlichen Liebe seiner, den ganzen Laden irgendwie zusammenhaltenden, Grossmutter auf. In unhaltbaren Verhältnissen. Und fühlt sich trotzdem geliebt, ernst genommen, willkommengeheißen als nächstes Unglück im tristen Leben seiner Familie. Ein von seinem allesamt schwerst alkoholabhängigen männlichen Familienmitgliedern akzeptierter, bald schon gleichberechtigter Partner beim herunterspülen der Tage. Er landet in Pflegefamilien und Heimen und erzählt so gut wie nichts davon in diesem Roman. Vielleicht haben die Sozialfuzzis ihn dort „gerettet“, neue Horizonte eröffnet, gar die Schriftstellerei ermöglicht. Dazu kein Wort. Lakonisch, distanziert und manchmal ganz nah -aber immer wohl ziemlich ehrlich gibts dafür das Leben seiner Verhulsts. Menschen die seit Generationen nicht mehr gebraucht werden. Er nimmt sie ernst, auch die kleinsten Anzeichen eines Bemühens seines Vaters sich irgendwie angemessen um seinen Sohn zu kümmern. Keine Aufrechnung, keine Abrechnung, kein Zynismus befüttert das Lachen. Sie sind einfach manchmal auch witzig diese Asiprolls aus der belgischen Provinz …