Archiv der Kategorie 'allgemein'

Nördlich der Vernunft

14. Juli 2010. Sommer und Alkohol. Trotz eines eklatanten Torwartproblems fliegt das AFC Fanteam beim Sommerfest des VFB Oldenburg schon nach der Vorrunde raus. Der Affe hat`s genau beobachtet… vom Spielfeldrand ! Wir hielten trotzdem durch bis Abends – mit netten VFB´lern und Arminen aus Hannover und bescheuerten Ultras aus Kiel : „Verkauf mir mal Deinen härtesten Button“- Hier: Pommes. Nee Härter! Hast Du nix mit Gewalt?… Deshalb: Ein musikalisches Rahmenprogramm stand noch an. Passend zu Bierbänken und älteren VFB Fans samt Sonnenstudiobräune gab´s erstmal die lokalen Dorfzelt Hardrock Helden Badman selbstredend nicht ohne ihren „Hit“ Nur der VFB. Binnen Minuten verflog jeder jugendliche Leichtsinn: Leergespielt bis auf Lederwesten, braune Lederhosen und Shirts mit Motiven aus dem mythischen Reich der Ureinwohner Amerikas. Oder Harley Davidson Freizeitkleidung. Höhepunkt ein Typ der beim No Life Lost Merch (taktisch klug vom Affen betreut – die Massen sollten schließlich Pommes Buttons kaufen!) sämtlich Vinylprodukte erstand und damit schnurzstracks zu den Hardrockern von Badman latschte. Kurze Pause, die Signaturen auf der No Life Lost Platte eingefordert und bekommen (!) und mit nem grinsen weiter ihren pulsierenden Hardrock, aktuelles Lied „Tossa de mar“, gelauscht und mitgeklatscht. Großartig. Eins null für den heulenden Wolf auf seinen T-Shirt. Und endlich was zu lachen für mich. Nach dem üblichen Programm mit Covern und Zugaben sobald auch nur irgendwer klatschte kamen dann No Life Lost auf die Bühne. Der Grund für dieses Geschreibsel. Das Zelt war schon ziemlich leer, laß ma`kurz kucken und besser nach Hause gehen lag in der Luft…Und 2-3 Songs später gab`s Prolonäse, Tims übliche lustig bescheuerte Sprüche und ein halb leeres Zelt war bald wieder voll und richtig am abfeiern! Dafür geht von mir: Respekt raus an No Life Lost! Respekt und Reklame für´n Freitag den 20. Januar 2012 im Hafenklang:

NO LIFE LOST 1000te Konzert. Als Gäste spielen die wunderbaren 60’s soulbeat Kracher von
THE DIZTONES . Nach den Konzerten werden die DJ’s Starlight Stevie, St. Georg und Pirquitto noch feinstes Vinyl bis in die Morgenstunden zum rotieren bringen.

also 20.1. Hafenklang; AK 10 euro/ VVK 8 Euro

Freiheit stirbt mit Sicherheit!!!

DFB und DFL hatten da ein paar Fragen. Genauergesagt zwei Fagen. Und was für welche:

1: “Das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion ist verboten. Soll dieses Verbot bestehen bleiben?” (ja/nein)
2: “Pyrotechnik ist gefährlich. Sie ist schädlich für den Fußball und soll deshalb hart bestraft werden. Stimmen Sie dem zu?”

Gerade gestellt von infas an 2000 zufällige gewählte Personen, wovon knapp die Hälfte sich dann doch auch tatsächlich für Fussball interessierten (nur 50% Fussballinteressiert? Wo sind sie eigentlich hin, die Public Viewer? Weg? Wär´ ja zu schön um wahr zu sein! Diese beschissenen Deutschland Fähnchen im Sondermüll nach China verfrachtet wo sie die armen Seelen zweitverwerten müssen…okay okay ich schließe diese Klammer ja schon:) und für folgende Überraschung sorgten:

Repräsentative Umfrage: 84 Prozent gegen Pyrotechnik – 80 Prozent fordern harte Bestrafung!

Potzblitz ! DFB du alter Fuchs! Die Polizei hat ja recht: Überwachen und Strafen! Obwohl Du es doch sogar probiert hattest im Guten. Mit Reden! Hier wurde keiner ausgegrenzt im Wettbewerb der Leuchten. Treffchen abhalten. Die Ernte dafür dass sie es soohoo gut gemeint hatten: Eskalierenste Gewalt. Diese unschönen Bilder die ja trotzdem gesendet werden müssen. Und die wrack`re Polizei: aufgerieben zwischen den Extremen. Dazu dann: Diese Kriminalität ! Angst und Bange am Stück. Die U-Bahn schon völlig unsicher und obendrein: Auch noch Chaoten (eine Minderheit-noch..!?) Genau die: die die den schönen Sport kaputt machen. Letztes Wochenende zum Beispiel beim Schweinske Cup haben sie sich wieder mal verabredet diese Extremisten. Hab ich nicht auch was von Bengalen und Böllern vernommen? Bestimmt! Ring frei: Die einen: ein ungekesseltes Braunes: Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus (also der durchschnittliche Fanblocklproll aus`n Achtzigern reloaded oder hat er gar survived?) die Anderen halt Sankt Pauli, in den Achtzigern bekanntermaßen der erste große Ausbruch aus dieser dumpfen Kacke , die Fankultur zu nennen nun wirklich niemand getraut sich hätte. Ausverkauf, Image und Markenrankinggeschwaffel, Ultra Dauersingsang, selbstgerechtes Auftreten einiger Gestalten die jedwede Kritik oder gar Verhohnepiepelung dieses selbstgerechten magischen Tollhauses mit Gewaltandrohung oder absurden Nazivorwürfen beantworten, konnten daran nichts ändern: St. Pauli steht für Nazis raus! Antifaschismus ist bei diesen Gegnern ob Cops oder VFB/HSV Seilschaften mit dem Kauf eines dieser Merchandiseartikel zu haben. Dafür werden und wurden sie angegriffen. Und egal wie männertümmelnt und bescheuert dieses outsourcen der Ehre oder was auch immer an eine Zaunfahne auch ist, es war wohl auch eine Kein mensch ist illegal Fahne die da gezogen wurde. Und nein, wegen ner geklauten Fahne muss auch keine Halle zertrümmert werden. Scheiss auf Ultra Logik! Trotzdem: Ich glaube den Cops und ihren Claqueuren von Tagesthemen oder welchen Drecksblatt auch immer kein Wort. Fussball und vor allem seine lautstarken Fans sind eine zu große Verlockung die neusten Techniken der Überwachung und Repression auf ihre Alltagstauglichkeit hin zu überprüfen. Und die Masse der halt heutzutage unter Ultra firmierenden Männerclubs macht es den Law and order Fanatikern leicht. Aus dem Handgelenk zum schwingenden Kanüppel. All inclusive: Stadionverbote, Meldeauflagen, etc. auch hier: das seit Jahrzenten ( irgendwie aber nie so in den Tagesthemen vorkommende) routinierte Übliche. Selbst wenn tausenfache Männerkehlen auf der streng nach heimatlicher Scholle unterteilten Fandemo: Eure Repression macht uns nur stärker gröhlen ! Es wird wohl nix nützen. Zu populär dieser Fussball. Zu (bestenfalls) stumpf die immer gleiche Kritik gegen die Moderne. Vielleicht könnten ja Sitzplätze für alle da mal für Ruhe im Karton sorgen!

DANCING IN THE MOONLIGHT

PhotobucketÄhja: CLASSIC ROCK! Machen wir es kurz: Am 04. Januar 1986 machte PHIL LYNOTT, seines Zeichens Sänger und Bassist meiner schönsten Leiche im Classic Rock Keller: THIN LIZZY (1969 in Dublin gegründet), den finalen Abflug. Nach jahrelangen Suff und Bachblütengelagen zerschellte sein Körper (Leber, Lunge, Nieren) und nach`n paar Tagen im Krankenhaus starb er 36 jährig dann an Herzversagen. Getrennt von seiner alten Band, mit zwei echt schlechten Solo Platten sowieso auf dem direkten Wege ins Nichts gewesen , musste sein Weg in den Monaten zuvor erneut Vollpiepe Gary Moore (der war 73/74 und 78/79 mal Bandmitglied bei Thin Lizzy) kreuzen : out in the fields. War wohl zuviel, das alles.

Wutbürger? Stresstest? Deutschland Du alte Scheisse!

Wutbürger! Anno 2010 zum Wort des Jahres gewählt. Immer diese Wut! Worauf denn nur? Rassistische Morde? National Befreite Dumpf- und Stumpfzonen vom Ballermann abwärts? Tägliche Abschiebungen zurück ins Elend? Die als Hartz IV getarnte spätrömische Dekadenz? Kinderarbeit? Clevere Kleidung vom KiK? Am Ende gar die miesen Lebensverhältnisse derer die unseren ganzen Scheiss in der anderen Welt- Welt Nummero 2 bis 3- zusammenschrauben müssen? Die Nummer zwo im Ranking der Jahreswörtchen 2010 ist ein schöner Aufhänger und gibt die ernüchternde Antwort: Stuttgart 21. Großer Bahnhof für engagierte Deutsche. Massenproteste und Rettung der Bäume. Es spräche ja eigentlich nichts dagegen wegen 19 Minuten Zeitersparnis von Stuttgart nach Ulm nach Prioritäten zu fragen. Zu´Protestieren. Am Ende gar aufs Ganze schließen zu wollen. Protest in sowas wie Kritik münden zu lassen… Obwohl: Kleinbisschen Unterirdisch scheint auch sie – Die Kritik. Angesichts der Verhätnisse und der Verhältnismäßigkeit. Ein Bahnhof in einer mittleren Metropolregion. Mehr nicht. Klar scheisse das. Trotzdem: Deswegen Wut? Tief blicken lassen die verpassten Chancen zur Empörung der sonst so anständigen Massen. Im Gedächtnis hängengeblieben und meine Symbolfigur für den Charakter der Mehrheit dieser Proteste: Schlichterfürst Heiner -wollt ihr den totalen Krieg- Geisler. (Falls zu Hand jetzt bitte Jan Delay näseln lassen „Ihr wählt immer das Falsche – wenn ihr die Wahl habt..“und bei Youtube Wahlfeiern der grünen Partei flimmern lassen da gibts bestimmt nen channel!!!)

Gleich noch einen drauf da: Mein Vorschlag für die Ländle Version des neusten Schmonz am Weltenrettermarkt: Occupy Schlossgarten. Auch noch gegen die Banken anstinken. Kirchentag und/oder Public Viewing zu EM 2012 und Bischhöfin Käßmann moderiert die Wetten Dass…? Aussenwette. Irgendwas passendes zum Wort des Jahres 2011: Stresstest. Vielleicht für diese Käfer in den Bäumen. Attac Kasperle Geisler hier gleich nochmal: „Der Schlichter von „Stuttgart 21″, Heiner Geißler, lobte die Wahl des Begriffs. „Ein ‚Stresstest‘ ist Teil der notwendigen Information, um zu mehr Bürgerbeteiligung bei großen Projekten zu kommen“, sagte der frühere CDU-Generalsekretär der Nachrichtenagentur dpa„(Quelle Tagesschau.de).
Ich möchte jetzt die Kurve kriegen! Daher das Resume meines Halbwissens fürs Erste: Tatsächlich weit und breit nichts als der übliche Kreisverkehr. Am 27.12. wäre der 110. Geburtstag von Marlene Dietrich. Und nicht nur deshalb: Deutschland? Nie wieder!
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Türkiyemspor Berlin zieht 1.Herren aus dem Spielbetrieb zurück

1978 aus einer Freitzeitmannschaft gegründet, schaffte es der der Verein aus Kreuzberg in den Achtzigern bis in die Oberliga Berlin. 1991 ist Türkiyem sogar knapp am Aufstieg in die zweite Liga gescheitert (im entscheidenden Spiel gegen TEBE 5:0 verloren…) und war mit Zuschauerzahlen bis zu 12000 und einigen gelungenen Auftritten im DFB Pokal auch überregional bekannter geworden. In den Neunzigern pendelten die Berliner zwischen der neugegründeten Regionalliga Nordost (1994) und der Berliner Verbandsliga. In der Saison 08/09 gemeinsam mit dem AFC wieder in der Regionalliga angekommen schaffte es Türkiyem am letzten Spieltag mit einem 1:0 Heimsieg gegen (irgendwie ziemlich zerfeiert wirkende) Altonaer Mannschaft den Klassenerhalt. Zum Ende der Saison 2010/11 mit zwei Pünktchen und null Siegen sind sie endgültig in der NOFV Oberliga angekommen. Am 23. 12. ergfolgte dann der Rückzug der 1. Herren aufgrund des Anfang Dezember eingeleiteten Insolvenzverfahren. Quelle: Homepage Türkiyemspor Berlin

PS. Wollte eigentlich noch die lange Liste rassistisch motivierter Vorfälle gegen Fans und Spieler von Türkiyem einbauen (besonders die erste RL Saison Nordost gibt wohl einiges her…) aber irgendwie hab`ich heute keine Lust mehr mich mit dieser Scheisse zu befassen.