MEINE FRESSE

In der Gewalttäter Sport Datei in Duisburg sind zur Zeit etwa 13.000 Personen aufgeführt: Wer seit wann und wenn ja wieso eigentlich…? Nichts genaues weiß mensch nicht : Eintragungen oder gar Gründe dafür müssen praktischerweise betroffenen Personen eh nicht mitgeteilt werden, ein Löschen aus dieser Datei (Unverantwortlich sowas! Unverantwortlich und Fahrlässig! Sing: Alles kann ja irgendwie und irgendwann mal wichtig sein…) scheint überhaupt nicht vorgesehen. Soweit die Praxis die bisher auch nicht wirklich zu stören schien, denn was soll´s: ehrliche und friedliche Mitbürger haben ja wohl nichts zu befürchten. Da dürften sich Arsch und Eimer respektive Schland samt durchschnittlichem Partyvolk doch wohl einig sein… Und weil es sich ja wohl auch um `nen Forschungs und Wissenschaftsstandort handelt wird auch fleißig weiter am Fortschritt gewerkelt: „Parallele Gesichtserkennung in Videoströmen“, kurz PaGeVi. Professor Rainer Stiefelhagen vom Karlsruher Institut für Technologie ist der Initiator dieses Projekts das gefördert mit 1,2 Millionen Euro, irgendwann letztes Jahr beim KSC mal ausprobiert werden sollte, dort vorerst aber am Widerstand der dortigen Fans (nunja: hatten wohl was zu verbergen) und vor allem wohl an technischer Unzulänglichkeit scheiterte.

Für feuchtfröhliche Träume seitens der Deutschen Polizeigewerkschaft:

    „Ich halte das für eine sinnvolle Sache“, so der Bundesvorsitzende Rainer Wendt. „Wir müssen alle rechtlichen und technischen Möglichkeiten ausschöpfen, um Schläger aus den Stadien herauszuhalten.“.Quelle: Spon

sorgte trotzdem der Innenminister von Mecklenburg Vorpommern, ein gewisser Lorenz Caffier, derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Scheint sich wohl ein bisschen darüber zu ärgern, dass ihn kein Arsch kennt und deshalb:

    „Caffier plant, künftig Gesichtsscanner in Fußballstadien einzusetzen. Damit sollten Randalierer, Caffier sagt „Chaoten“, zuverlässig aus den Arenen ferngehalten werden. Die Geräte könnten die Gesichter der Besucher mit Bildern aus der Datei „Gewalttäter Sport“ abgleichen und Alarm schlagen, wenn sich ein Problemfan in die Arena schleichen will.“ Quelle: Spon

MUSIC IS MY BOYFRIEND

PhotobucketMartin Büsser. Gestorben im September 2010. Mit 42 Jahren. An Krebs. So scheisse früh : Raus aus der Klinik und rüber in dieses Nichts. Weltgeist – Du bist und bleibst`n Arsch. Den Namen eingegeben: Anekdoten voller Respekt und Sympathie stolpern durch die Suchmaschienerie. Eine Zündfunk Hommage: ganze 60 Minuten im Bayrischen Rundfunk (!) und dieses Buch: Music is my boyfiend. Texte aus 20 Jahren. 250 Seiten, 40 Texte – Nur ein kleiner Überblick über die Lücke die mit dem Tod von Martin Büsser gerissen wurde. Veröffentlicht im von ihm mitgegründeten Ventil Verlag aus Mainz. Unglaublich diese Bandbreite: Interesse für Musik, eher Interesse an Popkultur, noch besser: Interesse für die Ränder, die Aussenseiter, für Menschen mit diesem Speziellen was wohl Haltung genannt wird. (von Sonic Youth bis zu Daniel Johnston, gegen Macho HC und mit Partei für die androgynen weichen Emos, von Stockhausen zurück zu Motown) Und ganz nebenbei: kritische Theorie. Gesellschaftskritik. Geschichte. Diskurse. Kunstgeschichte. Beziehungen. Zitate. Parallen. Vergleiche. Künstlerische Antworten auf gesellschaftliche Umstände. Die Suche nach dem emanzipatorischen. Queere Ansätze statt Machogedudel. Immer dabei: Angriff. Nett formuliert und nicht etwa persönlich. Trotzdem: Angriff mit Stil und Kritik die raus musste. Nicht verschroben oder verworren sondern klar und nachvollziehbar und ohne Rücksicht auf diese Anzeigenkundenspielchen (köstlich etwa sein Xavier Naidoo Verriss in der Intro und die Reaktionen dazu…). Haltung, ganz nebenbei mitgeliefert und nicht einmal als interlektuelle Scheisse verunglimpfbar, denn diese Scheisse war auch noch nachvollziehbar und gut zu lesen. Echt mal genervt hat er auch mich damit bei unserem ersten „Treffen“ im ZAP (ich als kleiner Leser angekommen in der neuen tollen linken Welt des Punk und HCs – Schließlich mochte ich doch Hardcore weil er so anders schien…) Doch NIXDA: Vom ZAP bis zur Testcard Reihe und genauso in der von mir sehr geschätzten KONKRET: Scheisse wurde als solche benannt und fertig ! Ansonsten blieb Herr Büsser auf der Suche nach dem Andern, diesem Fünkchen Guten jenseits der Illusionen und urbanen Legenden und der immer gleichen Scheisse in neuen Verpackungen… und wurde glühender Fan von ANTIFOLK- der Outsider Nische aus New York.

Zurück zum www: Selbst in den Nachrufen: Haltung und Beschäftigung mit diesem Menschen und seinen Texten jenseits der Copy und Paste Üblichkeit. Mit Liebe geschriebene Nachrufe auf einen linken Journalisten… Gar nicht peinlich und ohne Pathos. (HI HI wie passend: gemeinsam mit `nem Jungen aus Mönchengladbach spielte er auch in der nie probenden Band PECHSAFTHA…) Beim Lesen der Texte aus Music is my boyfriend bemerke ich erneut die vielen Einflüsse, Hinweise und Gedankengänge die von Martin Büsser auch auf mich übergesprungen sind und wie wirklich selten gut dieser Schreibstil war, den ich auf wärmste empfehlen möchte !

77 JAHRE DOSENBIER

PhotobucketBarmstedt. Eine Initiativkreis sog. „Pfandpiraten“ möchte den 24. Januar zum Jürgen-Trittin-Pfandtag (oder sowas in der Art- sie sind sich mit dem Namen noch nicht so ganz sicher… Ich sag mal ganz klar: Weltpfandtag) erklären. Historische Kalender, Feuilletons (etwa in Zeitungen) Radiosender oder die grüne Jugend könnten so auf die historischen Leistungen dieses Jürgens periodisch hinweisen und dieser Person ihren gerechten Platz in der Historie zuweisen. Aufhänger dieser Initiative aus dem Hamburger Speckgürtel ist der nunmehr 77 Jahrestag der Einführung der Bierdose in den USA durch die Krueger Brauerei aus Newark.

Rüdiger Rowl, Sprecher der Barmstedter Piraten des Pfandes erläutert:

      Anders als seine damaligen Regierungskumpelz „Dranbleiben Gerd“ und „BomberJockel Fischer“ die sich mit allerlei Beschlüssen in die Herzen der Menschen katapultierten galt der stets bescheidene Jürgen T. Zeit seines Wirkens in der Politik in der öffentlichen Wahrnehmung als Dummbatz und Ökoarsch. Und das obwohl der Typ als einzigster Millionen Menschen einen Ausweg aus der Misere aus RTL und Arge zu bieten hatte: 25 Cent für alle! Ohne Unterschiede ! Wir schulden diesem Menschen ein Dankeschön!

Nördlich der Vernunft

14. Juli 2010. Sommer und Alkohol. Trotz eines eklatanten Torwartproblems fliegt das AFC Fanteam beim Sommerfest des VFB Oldenburg schon nach der Vorrunde raus. Der Affe hat`s genau beobachtet… vom Spielfeldrand ! Wir hielten trotzdem durch bis Abends – mit netten VFB´lern und Arminen aus Hannover und bescheuerten Ultras aus Kiel : „Verkauf mir mal Deinen härtesten Button“- Hier: Pommes. Nee Härter! Hast Du nix mit Gewalt?… Deshalb: Ein musikalisches Rahmenprogramm stand noch an. Passend zu Bierbänken und älteren VFB Fans samt Sonnenstudiobräune gab´s erstmal die lokalen Dorfzelt Hardrock Helden Badman selbstredend nicht ohne ihren „Hit“ Nur der VFB. Binnen Minuten verflog jeder jugendliche Leichtsinn: Leergespielt bis auf Lederwesten, braune Lederhosen und Shirts mit Motiven aus dem mythischen Reich der Ureinwohner Amerikas. Oder Harley Davidson Freizeitkleidung. Höhepunkt ein Typ der beim No Life Lost Merch (taktisch klug vom Affen betreut – die Massen sollten schließlich Pommes Buttons kaufen!) sämtlich Vinylprodukte erstand und damit schnurzstracks zu den Hardrockern von Badman latschte. Kurze Pause, die Signaturen auf der No Life Lost Platte eingefordert und bekommen (!) und mit nem grinsen weiter ihren pulsierenden Hardrock, aktuelles Lied „Tossa de mar“, gelauscht und mitgeklatscht. Großartig. Eins null für den heulenden Wolf auf seinen T-Shirt. Und endlich was zu lachen für mich. Nach dem üblichen Programm mit Covern und Zugaben sobald auch nur irgendwer klatschte kamen dann No Life Lost auf die Bühne. Der Grund für dieses Geschreibsel. Das Zelt war schon ziemlich leer, laß ma`kurz kucken und besser nach Hause gehen lag in der Luft…Und 2-3 Songs später gab`s Prolonäse, Tims übliche lustig bescheuerte Sprüche und ein halb leeres Zelt war bald wieder voll und richtig am abfeiern! Dafür geht von mir: Respekt raus an No Life Lost! Respekt und Reklame für´n Freitag den 20. Januar 2012 im Hafenklang:

NO LIFE LOST 1000te Konzert. Als Gäste spielen die wunderbaren 60’s soulbeat Kracher von
THE DIZTONES . Nach den Konzerten werden die DJ’s Starlight Stevie, St. Georg und Pirquitto noch feinstes Vinyl bis in die Morgenstunden zum rotieren bringen.

also 20.1. Hafenklang; AK 10 euro/ VVK 8 Euro

Freiheit stirbt mit Sicherheit!!!

DFB und DFL hatten da ein paar Fragen. Genauergesagt zwei Fagen. Und was für welche:

1: “Das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion ist verboten. Soll dieses Verbot bestehen bleiben?” (ja/nein)
2: “Pyrotechnik ist gefährlich. Sie ist schädlich für den Fußball und soll deshalb hart bestraft werden. Stimmen Sie dem zu?”

Gerade gestellt von infas an 2000 zufällige gewählte Personen, wovon knapp die Hälfte sich dann doch auch tatsächlich für Fussball interessierten (nur 50% Fussballinteressiert? Wo sind sie eigentlich hin, die Public Viewer? Weg? Wär´ ja zu schön um wahr zu sein! Diese beschissenen Deutschland Fähnchen im Sondermüll nach China verfrachtet wo sie die armen Seelen zweitverwerten müssen…okay okay ich schließe diese Klammer ja schon:) und für folgende Überraschung sorgten:

Repräsentative Umfrage: 84 Prozent gegen Pyrotechnik – 80 Prozent fordern harte Bestrafung!

Potzblitz ! DFB du alter Fuchs! Die Polizei hat ja recht: Überwachen und Strafen! Obwohl Du es doch sogar probiert hattest im Guten. Mit Reden! Hier wurde keiner ausgegrenzt im Wettbewerb der Leuchten. Treffchen abhalten. Die Ernte dafür dass sie es soohoo gut gemeint hatten: Eskalierenste Gewalt. Diese unschönen Bilder die ja trotzdem gesendet werden müssen. Und die wrack`re Polizei: aufgerieben zwischen den Extremen. Dazu dann: Diese Kriminalität ! Angst und Bange am Stück. Die U-Bahn schon völlig unsicher und obendrein: Auch noch Chaoten (eine Minderheit-noch..!?) Genau die: die die den schönen Sport kaputt machen. Letztes Wochenende zum Beispiel beim Schweinske Cup haben sie sich wieder mal verabredet diese Extremisten. Hab ich nicht auch was von Bengalen und Böllern vernommen? Bestimmt! Ring frei: Die einen: ein ungekesseltes Braunes: Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus (also der durchschnittliche Fanblocklproll aus`n Achtzigern reloaded oder hat er gar survived?) die Anderen halt Sankt Pauli, in den Achtzigern bekanntermaßen der erste große Ausbruch aus dieser dumpfen Kacke , die Fankultur zu nennen nun wirklich niemand getraut sich hätte. Ausverkauf, Image und Markenrankinggeschwaffel, Ultra Dauersingsang, selbstgerechtes Auftreten einiger Gestalten die jedwede Kritik oder gar Verhohnepiepelung dieses selbstgerechten magischen Tollhauses mit Gewaltandrohung oder absurden Nazivorwürfen beantworten, konnten daran nichts ändern: St. Pauli steht für Nazis raus! Antifaschismus ist bei diesen Gegnern ob Cops oder VFB/HSV Seilschaften mit dem Kauf eines dieser Merchandiseartikel zu haben. Dafür werden und wurden sie angegriffen. Und egal wie männertümmelnt und bescheuert dieses outsourcen der Ehre oder was auch immer an eine Zaunfahne auch ist, es war wohl auch eine Kein mensch ist illegal Fahne die da gezogen wurde. Und nein, wegen ner geklauten Fahne muss auch keine Halle zertrümmert werden. Scheiss auf Ultra Logik! Trotzdem: Ich glaube den Cops und ihren Claqueuren von Tagesthemen oder welchen Drecksblatt auch immer kein Wort. Fussball und vor allem seine lautstarken Fans sind eine zu große Verlockung die neusten Techniken der Überwachung und Repression auf ihre Alltagstauglichkeit hin zu überprüfen. Und die Masse der halt heutzutage unter Ultra firmierenden Männerclubs macht es den Law and order Fanatikern leicht. Aus dem Handgelenk zum schwingenden Kanüppel. All inclusive: Stadionverbote, Meldeauflagen, etc. auch hier: das seit Jahrzenten ( irgendwie aber nie so in den Tagesthemen vorkommende) routinierte Übliche. Selbst wenn tausenfache Männerkehlen auf der streng nach heimatlicher Scholle unterteilten Fandemo: Eure Repression macht uns nur stärker gröhlen ! Es wird wohl nix nützen. Zu populär dieser Fussball. Zu (bestenfalls) stumpf die immer gleiche Kritik gegen die Moderne. Vielleicht könnten ja Sitzplätze für alle da mal für Ruhe im Karton sorgen!